Bündner Monatsblatt 1/2022

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ISBN-Nr: buendner-monat-02-2020

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Beschreibung

Im September 2019 haben das Institut für Kulturforschung Graubünden und die Fundaziun de Planta Samedan am Hauptort des Oberengadins, in der dortigen Chesa Planta, eine Tagung zu Andreas Rudolf von Planta (1819–1889) durchgeführt. Dieser Unternehmer und Politiker steht in fast schon symbolischer Weise für Graubündens wirtschaftliche Entwicklung im 19. Jahrhundert. Andreas Rudolf von Planta engagierte sich für den Ausbau des Verkehrs- und Kommunikationswesens, und dies nicht nur im Interesse seiner eigenen Unternehmungen, sondern zum Vorteil der ganzen Volkswirtschaft. Seine Förderung der Bergforstwirtschaft und insbesondere der Berglandwirtschaft ist an der Samedner Tagung von Andràs Bodoky dargestellt worden. Karin Fuchs hat in ihrem Tagungsbeitrag geschildert, wie Planta sich am Bau der grossen Kurhäuser von St. Moritz und Tarasp (und Bormio) beteiligte, womit der Heilbädertourismus im Ober- und Unterengadin einen entschiedenen Aufschwung nahm. Die beiden Tagungsbeiträge werden hier zum Druck befördert. Zur Entwicklung des alpinen Tourismus gehörten aber nicht nur konkrete Gesundheits-, Sport- und Übernachtungsangebote, sondern als ganz grundlegende Voraussetzung das verbreitete Wissen oder zumindest die verbreitete Vorstellung, dass die Alpennatur gesundheitsfördernde Qualitäten besitze. Bezüglich des Wassers entspricht das ja einer mehrtausendjährigen Erfahrung – wie gerade die bereits in der Bronzezeit genutzten St. Moritzer Mineralquellen zeigen. Erst seit einigen hundert Jahren hingegen besteht eine entsprechende Vorstellung auch hinsichtlich der Luft in den Alpen. Lesen Sie dazu Michael D. Schmids Essay über den «Mythos Alpenluft». In der Rubrik «Baukultur» präsentiert Ludmila Seifert eine aktuelle Aktion des Bündner Heimatschutzes: «52 beste Bauten – Baukultur Graubünden 1950–2000». Die Sensibilisierungskampagne verweist ebenso eindrücklich wie nachdrücklich auf die Qualitäten und damit auf die Schutzwürdigkeit des (durchaus nicht ungefährdeten) baukulturellen Erbes der jüngeren und jüngsten Vergangenheit. Diese wichtige Kampagne ist nicht nur sehr augenöffnend und informativ, sondern mit ihrem Kalenderformat auch dynamisch und spannend aufgezogen.