Bündner Monatsblatt 2/2022
Isreal Darms, Kunstmaler und Fotograf
ISBN-Nr: buendner-monat-02-2022
Beschreibung
Die beiden Beiträge in dieser Ausgabe des Bündner Monatsblattes widmen sich Formen der bildlichen Überlieferung im 19. Jahrhundert. Im ersten Beitrag werden neu entdeckte Graffitis in der Casa Gubert in Soglio vorgestellt und im zweiten Beitrag kann das eindrückliche fotografische Werk eines der ersten Fotografen von Chur entdeckt werden.
Wie kann Erlebtes erinnert und festgehalten werden? Wie erzählen wir unsere Geschichte für uns und unsere Nachkommen? Um 1800, als fotografisches Bewahren noch nicht zugänglich war, waren Graffitis eine Möglichkeit. Die überraschend im Jahr 2020 entdeckten Graffitis in der Casa Gubert in Soglio sind ein bedeutsames Zeugnis der historischen Schrift- und Zeichenkultur im Kanton und ermöglichen einen interessanten Blick auf das Bündner Dorf um 1800 und einige seiner Bewohner. Die Archäologin Yolanda Alther hat die Zeichnungen und Schriftzeichen sorgfältig untersucht und ordnet sie anhand von vielen Beispielen in ihren historischen Kontext ein.
Im zweiten Beitrag zeichnet Katarzyna Mathis, stellvertretende Churer Stadtarchivarin, das Leben und Wirken des Kunstmalers, Fotografen und Cafetiers Israel Darms (1808–1887) nach. Zwischen Triest und Chur pendelnd, versuchte Darms als Sohn eines erfolgreichen Kaffeehausbetreibers – und damit vorgesehen als zukünftiger Patron –, seiner künstlerischen Neigung Raum zu geben, zuerst dem Malen, später den neu entwickelten fotografischen Verfahren. Wie es ihm gelang, seine grosse Leidenschaft tatsächlich zu leben und dabei ein beeindruckendes fotografisches Werk zu schaffen, wird im Beitrag detailliert dargelegt. Viele äusserst interessante Aufnahmen begleiten den Text, so ist unter anderem eine der frühesten Fotografien der Stadt Chur abgebildet.
Abgerundet wird das Bündner Monatsblatt mit vier Rezensionen. Leza Dosch stellt das Werk von Roland Flückiger-Seiler über das Kurhaus Bergün vor, Adolf Collenberg widmet sich den neu edierten Rechtsquellen der Gerichtsgemeinden am Hinterrhein, Gion Rudolf Caprez hat das Buch von Luzi C. Schutz über die Ostalpenbahn rezensiert und Beat Stutzer schliesslich bespricht die von Caroline Kesser neu herausgegebenen Tagebücher von Augusto Giacometti.